Erdwärmeheizung

Was ist deine Meinung zu Erdwärmeheizung

In dieser Argumentation werden alle Vor- und Nachteile von Erdwärmeheizungen gesammelt. Besonders aktuell ist dieses Thema durch die höheren Kosten für Öl und Erdgas im aktuellen Jahr 2022.

Wie funktioniert eine Erdwärmeheizung?

Eine Erdwärmeheizung funktioniert wie eine Wärmepumpe. Sie nimmt Wärme aus der Erde auf und transportiert sie ins Haus:

Man bohrt ein Loch bis zu 100 Meter tief und lässt dort Plastikrohre hinein. Dann füllt man diese Rohre mit einem flüssigen Kältemittel. Da in der Tiefe höhere Temperaturen herrschen, erwärmt sich die Flüssigkeit und steigt auf. Und schon hat man die Wärme aus der Tiefe im Haus.

Jetzt muss man diese Wärme nur noch mit einer speziellen Wärmepumpe mit Kompressor nutzbar machen und kann damit den Warmwasserspeicher erhitzen.

Relevanz von Erdwärmepumpen

Viele Hausbesitzer und auch Mieter müssen in der kommenden höhere Kosten für die Heizung bezahlen. Weiter verschärft wird der Gebrauch der herkömmlichen Heizungen, wie

  • Ölheizung
  • Gasheizung
  • Pelletheizung und
  • Holzöfen,

durch die aktuelle Klimapolitik, die die bisherigen Brennstoff-Heizungen durch erneuerbare Energien ersetzen will. Dazu gehören Wärmepumpen und Solarthermie.

Aber auch die Auswirkungen auf das Klima sollte man beachten: Bekanntlich führt der CO2-Ausstoß zu immer höheren Temperaturen. Die Erdwärmeheizungen hingegen arbeiten klimaneutral.

Sollten Hausbesitzer also besser eine Erdwärmeheizung installieren?

 

Argumente für Erdwärmeheizung

Argumente gegen Erdwärmeheizung

Unabhängigkeit von Rohstoffpreisen

Mit einer Erdwärmepumpe ist man unabhängig von Preissteigerungen von Öl, Gas und Kohle. Das heißt, dass politische Entscheidungen, wie der aktuelle Boykott von russischem Gas, keine Auswirkungen auf die laufenden Kosten der Heizung haben. Und mit der momentanen Regierung ist es sehr wahrscheinlich, dass es weitere Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen und Holz geben wird.

Ineffizient im Vergleich zu einer Grundwasser-Wärmepumpe

Für die Erdwärmepumpe muss man bis zu 100m tief bohren, um die Wärme aus der Erde zu holen. Viel besser als Erde leitet aber Wasser die Wärme! Deshalb ist eine Grundwasser-Wärmepumpe viel effizienter! Und dafür muss man im Schnitt nur 25m tief bohren. Die durchschnittliche Jahresarbeitszahl für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmeheizung) liegt bei 3,6. Die durchschnittliche Jahresarbeitszahl einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser-Wärmepumpe) liegt bei 5. Bei einem Wert von 5 wird die Energie natürlich viel effizienter genutzt. Also da sollte man sich doch eher gleich eine Grundwasser-Wärmepumpe zulegen.

Geringer Platzbedarf

Eine Erdwärmeheizung benötigte keinen Lagerraum, da keine Brennstoffe verbrannt werden. Eine Ölheizung benötigt Öltanks, eine Pelletheizung benötigt ein Silo für die Pellets etc. Aber die Erdwärmepumpe überträgt direkt die Wärme aus der Erde in den Pufferspeicher, der die Heizung erwärmt.

relativ schlechte Ökobilanz

Die Erdwärmepumpe muss für den Betrieb mit Strom versorgt werden, sonst kann sie Wärmetauscher und Kompressor nicht betreiben. Man kann den dafür benötigten Strom zwar mit Solarpanels einsammeln, aber das funktioniert nur im Sommer gut. Und im Sommer ist der Bedarf an warmem Wasser gering. Im Winter muss der Strom, der aus herkömmlichen Energiequellen stammt (Atomkraftwerke, Kohlekraftwerke), bezogen werden. Und gerade im Winter benötigt man viel warmes Wasser. Das heißt, dass man entweder zu mehr CO2-Ausstoß (Kohle) oder radioaktiv strahlendem Müll (Atom) beiträgt. Also zumindest im Vergleich zur Holzpelletheizung hat die Erdwärmeheizung eine schlechtere Ökobilanz (s. Quelle).

Niedrige Unterhaltskosten

Erdwärmeheizungen sind sehr günstig bei Betriebskosten und Heizkosten. Im Vergleich zu Ölheizung, Gasheizung sind sie 15 bis 30 Prozent günstiger. Nach 20 Jahren sind sie sogar um ca. 10% günstiger als Pelletheizungen.

Hohe Anschaffungskosten

Wenn man bereits eine Heizung besitzt und sich dann stattdessen eine Erdwärmepumpe anschafft, muss man mit hohen Kosten um die 20.000 EUR rechnen. Insgesamt sind die Anschaffungskosten sogar noch höher, als wenn man eine Ölheizung, Gasheizung oder Holzpelletheizung installiert (s. Quelle). Und das sind zusätzliche Kosten! Wenn man aber neu baut oder noch keine Heizungsanlage im Haus hat, dann relativieren sich die höheren Anschaffungskosten etwas. Trotzdem liegen sie noch höher als bei den anderen Heizungsarten.

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