Frauenquote

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Definition
Mit der gesetzlichen Frauenquote soll ein Gesetz geschaffen werden, mit dem ein Mindestanteil an Frauen in den Führungsetagen von Unternehmen vorgeschrieben wird. Frauenquoten sind schon seit den 1980er Jahren im Gespräch und in anderen Bereichen wie Politik und öffentlichem Dienst bereits umgesetzt. In zahlreichen Diskussionen und Debatten wurden und werden viele Argumente für und gegen die Frauenquote angeführt und das Thema somit kontrovers diskutiert.

Warum eine Frauenquote?
Die Idee zu diesem Gesetz resultiert aus der Tatsache, dass die Karriereleiter für Frauen ab einer bestimmte Stufe abrupt endet. Über dieser Stufe finden sich nur vereinzelt Frauen in Führungspositionen – weshalb man auch von einer “gläsernen Decke” spricht.

Der Zweck der gesetzlichen Frauenquote ist also die Gleichstellung von Frau und Mann in Wirtschaft und Politik. Es wird nämlich von den Initiatoren der Frauenquote angenommen, dass Frauen im Berufsleben benachteiligt werden und ihnen deshalb die Chance verwehrt bleibt, so hoch aufzusteigen wie die Männer.

Hier werden nachfolgend alle Argumente gesammelt, die für oder gegen die Frauenquote sprechen.

Argumente für Frauenquote

Argumente gegen Frauenquote

Chancengleichheit entsteht nicht von alleine

Wie die Zahlen vom Arbeitsmarkt beweisen, sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert und verdienen weniger. Das ist seit Jahrzehnten so und wird sich nicht ändern - solange keine gesetzlich vorgeschriebene Frauen quote eingeführt wird. Damit Frauen und Männer die gleichen Chancen haben, muss dies gesetzlich festgelegt werden. Ansonsten werden Frauen immer den Kürzeren ziehen, in einer von Männern dominierten Wirtschaftswelt.

Führungsetagen mit Frauen performen schlechter

Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass doch Unternehmen mit gemischten Teams viel besser performen. Da könnte man denken, dass Frauen richtig gut für ein Unternehmen - auch im Management - sind. Aber werfen wir doch mal einen Blick auf eine wissenschaftliche Studie, bzw. Aussagen daraus, die im "Journal of Financial Economics" erschienen sind: "While companies with more women on their boards tend to have better corporate governance, they are less profitable and have a smaller market capitalisation, according to the paper." Hier steht, dass Unternehmen mit Frauen im Management...

Gleichberechtigung

Man sieht aus der Erfahrung, dass es anscheinend nicht möglich ist, dass sich Frauen trotz gleicher Kompetenzen hocharbeiten. Irgendetwas - oder besser gesagt die Glasdecke - verhindert, dass viele Frauen in Führungspositionen aufsteigen. Vielleicht liegt es auch an der Angst der Männer, dass sie die Frauen nicht weiter aufsteigen lassen. Jedenfalls, da es ohne Frauenquote nicht möglich ist, Frauen gleichberechtigt in die Führungsriegen zu bekommen, muss dies auf gesetzlichem Wege geschehen, damit endlich die Frauen im Job mehr verdienen, mehr Anerkennung bekommen und ihre Familie e...

Diskriminierung von Männern

In unserer Gesellschaft werden Frauen bevorzugt; Männer sind benachteiligt und werden deutlich diskriminiert. Ein Aspekt davon betrifft die Diskriminierung durch Frauenquoten. Es ist eine ganz einfache Rechung: Wenn sich in einem Unternehmen für verschiedene Jobs 70 Männer und 30 Frauen bewerben und jeweils 10 Männer und 10 Frauen eingestellt werden müssen, damit sie zu gleichen Teilen repräsentiert sind, dann ist das eine üble Diskriminierung...

Mehr Menschlichkeit in Führungsetagen

Frauen sind dafür bekannt, dass sie warmherziger und emotionaler sind. Das bedeutet, wenn mehr Frauen in Führungsetagen vertreten sind, wird auch ein angenehmeres Klima entstehen, weil sich das Verhalten der Frauen auf die Kultur und die Mitarbeiter im Unternehmen auswirkt. Ich kann nur hoffen, dass die gesetzliche Frauenquote in der Wirtschaft eingeführt wird, damit endlich auch mal "menschliche" Chefs besser mit den Angestellten umgehen.

Die Frauenquote zieht weitere Quotierungen nach sich

Wenn nicht mehr die Eignung oder die Kompetenz für einen Job ausschlaggebend sind, erschaffen wir eine immer künstlicher funktionierende Gesellschaft. Die Folge davon ist, dass es immer mehr Quoten geben muss, um allen Gruppen gerecht zu werden - nicht nur Frauen. Arne Hoffmann formuliert das wunderbar auf seinem Blog (Quelle): Die Forderung nach einer Frauenquote jetzt nicht nur in der Politik, sondern auch an der Spitze privater Unternehmen stellt die Frage nach weiteren Quotierungen, die man dann "konsequenterweise" ebenfalls erfüllen müsste: Was spricht gegen eine Schwulen-,...

Es gibt Frauen aber weniger Führungsfrauen

Die Frauenquote ist längst überfällig, weil der Frauenanteil in Vorständen nur 3,7% und der Frauenanteil in Aufsichtsräten nur 15% beträgt - und das obwohl es mehr Frauen in Deutschland gibt als Männer (41 Millionen Frauen, 40 Millionen Männer). Es kann nicht sein, dass es mehr Frauen insgesamt gibt, aber weniger Frauen in Führungspositionen. Das ist ein klares Missverhältnis und sehr ungerecht.

Bürokratieabbau

Die Überwachung der gesetzlich vereinbarten Quote braucht Kontrollämter, die wiederum Geld kosten. Die Einführung einer Frauenquote würde somit dem europaweiten Ziel des Bürokratieabbaus entgegenwirken.

Deutschland verliert internationalen Anschluss

Deutschland muss im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben. Dazu tragen auch Frauen ihren Teil bei. Nicht nur, dass gemischte Teams besser performen, sondern andere Länder haben bereits mehr Frauen in Führungspositionen als Deutschland. Wollen wir nicht komplett abgehängt werden, müssen wir schnellstmöglich eine umfassende, verpflichtende Frauenquote von mind. 50% einführen. Roland Kopp-Wichmann sagt dazu: "Kaum ein Besuch eines deutschen Politikers in China, Russland oder ähnlichen Staaten, der nicht mahnend auf die mangelnde Einhaltung der Menschenrechte hinweist. Bei...

Frauen wollen gar keine Führungspositionen

Es hat einen Grund, warum das Berufsleben in der klassischen Rollenverteilung von den Männern dominiert wurde und die Frauen zuhause blieben: Frauen sind im Berufsleben einfach nicht so ehrgeizig wie Männer! Jeder zweite Mann will auf der Karriereleiter noch weitere Stufen erklimmen. Dagegen will nur jede vierte Frau mehr erreichen - und das, NACHDEM unseren Frauen schon eingetrichtert wurde, dass sie im Beruf erfolgreich sein müssen. Wie würden diese Zahlen wohl aussehen, wenn man die Frauen unabhängig entscheiden lassen würde, so dass sie nach ihrem eigenen Gefühl gehen könnten?

Mangel an Fach- und Führungskräften

Dass in Deutschland ein Mangel an Fach- und Führungskräften herrscht, geht seit langem durch die Medien. Und dass dafür ausländische Kollegen gesucht und eingestellt werden, dürfte auch jedem bekannt seind. Mit einer gesetzlichen Frauenquote könnte man den Fachkräftemangel ausgleichen: Wenn mehr Frauen die Chance bekommen Fach- oder Führungstätigkeiten auszuführen, werden sie sich bewähren und die dringend zu besetzenden Stellen einnehmen.

Frauenquote fördert Vorurteile gegenüber Führungsfrauen

Wenn die Frauenquote eingeführt wird, wird eine Frau in einer Führungsposition automatisch in die Ecke "Quotenfrau" gesteckt. Davon sind dann nicht nur die wirklichen Quotenfrauen betroffen, sondern auch die Frauen, die sich den hohen Posten redlich verdient haben. Frauen haben bei einer Frauenquote also ständig mit Vorurteilen bezüglich ihrer Leistungen zu kämpfen. Das schadet dem Ansehen der Kompetenzen der Frauen erheblich. Ja, die Frauen bekommen dann mehr Geld und Macht und Einfluss, aber ist es das wert, dafür die Gesellschaft zu spalten und diese Frauen als Sündenböcke...

Weniger Kinder

Frauen in Führungspositionen bekommen weniger Kinder. Wenn mehr Frauen in Führungspositionen gehievt werden und mehr Frauen überhaupt die Aussicht auf einen hohen Posten haben, werden Kinderwünsche von vornherein unterdrückt. Frauen sollen nicht die Karriere als oberstes Ziel haben. So veraltet es sich auch anhört, Frauen sollten das tun, was sie glücklich macht: Kinder und Familie. Und wenn die Medien immer wieder davon reden, dass Frauen beruflich aufsteigen müssen und nur so glücklich werden können, geht das an der Lebenswirklichkeit von normalen Frauen vorbei. Deutschland...

Frauen in Führungspositionen beweisen das Gegenteil

Es gibt Frauen in Führungspositionen- das ist kein Geheimnis. Das bedeutet aber auch, dass es sowas wie eine gläserne Decke nicht gibt, gegen die diese Frauenquote gerichtet ist. Diese Frauen haben es auch aus eigener Kraft geschafft, die Karriereleiter bis ganz nach oben zu erklimmen. So etwas wie eine gläserne Decke existiert also nicht; oder können sich diese Frauen zum Durchdringen der Decke temporär dematerialisieren und die nächste Stufe durch die gläserne Materie im Flug überbrücken? Es ist ebenfalls ein Gerücht, dass sich Frauen mehr anstrengen müssen, um im Beruf...

Kein Stolz auf die eigene Leistung

Menschen - darunter auch Frauen - wollen wegen ihrer Leistung befördert werden. Wenn sie einfach so befördert werden, fehlt doch der ganze Stolz auf die eigene Leistung. Und egal, ob der Stolz darin besteht, zahllose Überstunden oder Golfstunden mit der Vorstandsriege geleistet zu haben - die eigene Leistung muss einen Menschen nach oben bringen. Es ist also für das eigene Selbstbewusstsein und den Stand im eigenen Unternehmen von höchster Wichtigkeit, dass Menschen entsprechend ihrer Arbeit, ihres Engagements, ihrer Eignung etc. befördert werden. Und nicht nur, weil sie Frauen sind.

Ein Gesetz für nur 300 Frauen

Wenn die gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote sich durchsetzen sollte, dann würden davon höchstens 300 Frauen profitieren - denn mehr Posten gibt es gar nicht zu vergeben! Und genau diese max. 300 Frauen, die dann aufsteigen würden, sind genau diejenigen, die die Karriereleiter eh schon bis fast ganz nach oben geklettert sind - starke, vermögende Frauen also, die bestimmt keine Hilfe nötig haben. Aber man stelle sich mal den ganzen Aufwand für ein Gesetz vor, das nur max. 300 Frauen etwas nützt - wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit?

Frauenquote ist Einschränkung des Unternehmers

Wenn der Staat eine Frauenquote festlegt, wird dem Unternehmer die Freiheit genommen, die Posten in seinem Unternehmen nach seinen Maßgaben zu besetzen. Die Mitarbeiter, die der Unternehmer als optimal für eine Stelle ansieht, dürfen diese dann oft nicht annehmen. Die Frauenquote schränkt also die Freiheit des Unternehmers ein, sein Unternehmen so zu führen, wie er es am besten findet.

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