Aktive Sterbehilfe

Was ist deine Meinung zu Aktive Sterbehilfe

Definition
Mit der aktiven Sterbehilfe ist das Töten einer todkranken Person gemeint, die sich selbst nicht töten kann, aber sterben möchte. Die betroffene Person würde ohne die aktive Sterbehilfe noch zumindest einige Zeit aus eigener Kraft weiterleben. Die Tötung des Menschen passiert durch Einflößen tödlicher Medikamente.

Abgrenzung
Die aktive Sterbehilfe muss zuerst Mal von anderen Begriffen abgegrenzt werden, um eine Argumentation beginnen zu können:

Mord
Ein Mord ist die vorsätzliche Tötung gegen den Willen des Ermordeten. Bei der Sterbehilfe ist der Wille des Betroffenen zum Sterben vorhanden oder wird zumindest angenommen (falls er sich nicht selbst mitteilen kann).

passive Sterbehilfe
Die passive Sterbehilfe bezeichnet den Verzicht auf Maßnahmen, die einen Todkranken am Leben erhalten. Wird bspw. eine Beatmungsmaschine abgeschaltet, spricht man von passiver Sterbehilfe. Der Betroffene kann in diesem Fall also nicht aus eigener Kraft weiterleben.

Beihilfe zum Selbstmord (Suizid)
Die Beihilfe zum Suizid bezeichnet das Unterstützen eines Selbstmordes. Bspw. durch Verkauf von tödlichen Medikamenten. In diesem Fall ist der Betroffene also selbst in der Lage, sich zu töten.

Sterbebegleitung
Todkranken Menschen kann durch eine angemessene Begleitung das Sterben erträglicher gemacht werden. In diesem Fall hat man keine Einflussmöglichkeit auf die Genesung des Patienten.

Unterlassen medizinischer Eingriffe
Wenn man weiß, dass eine Person Hilfe benötigt, weil sie sonst sterben könnte und dieser Person nicht hilft, dann macht man sich strafbar; und zwar wegen unterlassener Hilfeleistung.

Diskussion
Die aktive Sterbehilfe ist also das Töten einer Person, die unheilbar krank ist und nicht mehr weiterleben möchte. Momentan (2012) gibt es kein Gesetz, das die Sterbehilfe regelt – ist aber in Planung. Und wir sollten entscheiden, was darin geregelt ist.
Sollte das Töten solch unheilbar kranker Menschen erlaubt sein oder sollte man dafür bestraft werden? Welche Argumente sprechen dafür und dagegen?

Argumente für Aktive Sterbehilfe

Argumente gegen Aktive Sterbehilfe

Palliativmedizin und Hospize ermöglichen ein humanes Sterben

Vielfach wird für die aktive Sterbehilfe die Angst vor einem schmerzvollen und einsamen Tod herangezogen, dem man vorgreifen möchte. Wer dieses Argument nennt, zeigt, dass er die Möglichkeiten der modernen Palliativmedizin und die Arbeit der Hospize nicht kennt. Erfahrungen zeigen, dass mit der Linderung der äußeren Umstände auch der Wunsch nach aktiver Sterbehilfe erlischt. Denn die Menschen haben meist keine Angst vor dem Tod sondern nur von den Begleitumständen.

Suizidwunsch aufgrund psychischer Krankheit

Der Wunsch nach einem Suizid ist häufig die Folge einer starken Depression, d.h. eine psychischen Krankheit. Hier darf man man nicht der Erfüllung dieses "Wunsches" nachkommen, sondern muss die Ursache behandlen.

Mehrheit der Deutschen für aktive Sterbehilfe

Umfragen zeigen immer wieder, dass eine große Mehrheit der Deutschen für die aktive Sterbehilfe ist! (Beispiel-Umfrage in Quelle). Wenn das der Wille der Bevölkerung ist, warum wird er dann nicht umgesetzt? Die Politik und die Gesetzgebung haben sich in einer Demokratie daran zu halten, was das Volk möchte. Und ganz besonders dann, wenn die Ergebnisse so eindeutig sind.

Umfragen geben kein eindeutiges Bild

Umfragen zur aktiven Sterbehilfe zeigen kein eindeutiges Bild. Ihr Ergebnis hängt stark von der Fragestellung ab. Wird nur nach der aktiven Sterbehilfe gefragt, ohne Alternativen anzugeben, gibt es meist eine Mehrheit dafür. Wird hingegen die Palliativmedizin oder die hospizliche Betreuung als Alternative angeboten, dann ändern sich die Mehrheiten deutlich. Von tagesaktuellen Umfragen sollte man sowieso keine ethischen Grundsatzentscheidungen abhängig machen. Man kann sich als Beweis einmal die Ergebnisse zur Wiedereinführung der Todesstrafe ansehen - besonders nachdem ein grausamer Mord...

Nächstenliebe gebietet Sterbehilfe

Wenn ein Mensch nicht mehr leben möchte, weil es ihm sehr dreckig geht, er sich aber nicht selbst töten kann, dann sollte das jemand anderes für ihn erledigen dürfen. Damit ist die aktive Sterbehilfe kein Mord, sondern ein Tat aus Mitleid und Nächstenliebe. Wenn einem durch das Gesetz verboten wird, eine geliebte Person von den Qualen zu befreien, dann ist das einfach nicht richtig! Der gesunde Menschenverstand zeigt uns den Weg und unsere Gefühle aus Mitleid und Nächstenliebe bringen uns dazu, das richtige zu tun. Wir sind ja schließlich keine Roboter und müssen nicht unsere Ge...

Wer soll über Leben und Tod entscheiden?

Die Befürworter der aktiven Sterbehilfe stellen das immer so klar dar: Wenn man sterbenskrank ist, dann wird man halt getötet. Aber erstens sind die Fälle nicht immer so leicht abgrenzbar und zweitens, wer soll dann noch entscheiden, welcher Patient sterben soll und welcher leben darf? Die Entscheidung scheint leicht, wenn die Patienten ihren Willen äußern können und sagen, dass sie sterben wollen. Aber selbst dann kann es sein, dass sie das nur in einem Zustand geistiger Umnachtung sagen. Und was ist mit den Menschen, die sich nicht mitteilen können? Ärzte sind keine Götter,...

Dunkelziffer - es wird sowieso schon getötet

Allgemein geht man von einer sehr hohen Dunkelziffer bei der aktiven Sterbehilfe aus. Das bedeutet, dass die Sterbehilfe zwar verboten ist, viele Ärzte sich jedoch über das Verbot hinwegsetzen und ihren Patienten ein qualvolles Leiden ersparen, indem sie sie auf ihren Wunsch hin töten. Selbst in den Niederlanden ist die Dunkelziffer gestiegen. Das ist beachtlich, weil die aktive Sterbehilfe in den Niederlanden gesetzlich erlaubt ist! Nur in vielen Fällen wurden die strengen Auflagen zur Tötung nicht erfüllt, deshalb mussten die Ärzte das heimlich machen (http://www.aerzteblatt.de/pdf...

Komplikationen beim Sterben

Was passiert, wenn man jemanden mit Medikamenten töten soll, die Medikamente aber ihren Dienst versagen? Der sterbenskranke Patient könnte unter unvorstellbaren Schmerzen leiden bis er endlich stirbt und sich noch mehr quälen, als es die Krankheit je geschafft hätte. Komplikationen können immer auftreten, da jeder Körper anders auf Medikamente reagiert. Alleine schon der Gedanke, so etwas könne einem selbst zustoßen, sollte jeden dazu veranlassen, sich gegen eine Legalisierung der aktiven Sterbehilfe zu wehren.

Sterbehilfe spart Kosten im Gesundheitssystem

In den letzten Jahren oder Monaten einer sehr schweren Erkrankung, wenn ein Patient seine Zeit nur noch im Krankenhaus verbringt, sind das unglaublich hohe Kosten, die er verbraucht. Dazu zählen Dinge wie das Krankenbett, die Pflege durch Personal, Operationen oder Medikamente. Jeder weiß, wie teuer Krankenhausaufenthalte sind, die von den Krankenkassen bezahlt werden. Und wenn man bedenkt, dass diese ganzen Kosten vllt. auch noch überflüssig sind, weil der Mensch das alles gar nicht mehr möchte, dann kann man wirklich nur von unnötig verpulverten Kosten reden, die durch das Verbot der ...

Angehörige erwarten die Selbstaufgabe

Wenn jemand todkrank ist, bringt das auch für die Angehörigen richtig unangenehme, schwierige Zeiten mit. Man muss sich um das Familienmitglied kümmern, man muss ihm beim Verfall zusehen und muss sich immer Zeit nehmen, um ins Krankenhaus zu fahren, weil das erwartet wird. Andersrum aber würden die Angehörigen vom Todkranken erwarten, dass er die Einwilligung in seine Tötung gibt - wenn die aktive Sterbehilfe erlaubt und alltäglich wäre! Weil die Angehörigen wollen auch nicht mitleiden. Und egal, ob bewusst oder unbewusst, sie würden Aggressionen in sich aufstauen gegen das...

Sinnlose Kriminalisierung von Sterbehelfern

Menschen, die den Willen eines anderen Menschen umsetzen und ihnen beim Sterben helfen, tun etwas Gutes! Aber solange die aktive Sterbehilfe vom Gesetz her verboten bleibt, werden solche guten Menschen kriminalisiert - sie müssen ihre Tat heimlich vorbereiten und müssen ihr Leben lang mit der Angst leben, dafür verurteilt zu werden. Diesem Irrsinn muss ein Ende gesetzt werden. Die aktive Sterbehilfe muss gesetzlich erlaubt werden, damit nicht helfende Personen wie Verbrecher behandelt werden.

Gewissenskonflikt bei Ärzten

Jeder Arzt verpflichtet sich, jedes Menschenleben zu achten und zu retten, so er nur kann. Wenn nun von einem Arzt verlangt wird, dass er einen Menschne töten soll, dann wird das moralische Probleme darstellen. Die Ärzte bekommen unheimliche Gewissenskonflikte, mit denen sie erstmal selbst umgehen lernen müssen. Selbst, wenn man die Gewissenskonflikte nicht auf den hippokratischen Eid bezieht, kann das in jedem Menschen schwere moralische Schäden verursachen, wenn sie das Leben eines anderen Menschen beenden müssen.

Verhinderung von Selbstmord

Man stelle sich eine 84jährige Frau vor, die unheilbar an Krebs erkrankt ist. Sie sagt dem Arzt, dass sie ihr Leben gelebt hat und es für sie ok wäre, jetzt zu sterben. Sie möchte sich nicht den Schmerzen einer Chemotherapie hingeben, die ihr Leiden nur noch verlängern würden. Der Arzt darf sie aber nicht sterben lassen. Die Frau erkennt ihre Lage, geht nach Hause und stürzt sich vom Balkon - und ist tot. Sie hat also ihren Willen umgesetzt, leider aber auf sehr unschöne Art und Weise! Stellt euch vor, die entstellte Leiche wird von spielenden Kindern entdeckt? Ja, selbst erwachs...

Dammbruch beim Kostendruck im Gesundheitswesen

Wenn die aktive Sterbehilfe sich durchsetzt, bedeutet das, dass die unbedingte Hochachtung vor dem menschlichen Leben aufgeweicht wird. Denn, wenn man Menschen legal töten kann, verliert man die Hemmungen, dies auch in anderen Situationen zu tun. Und so könnte es passieren, dass der Kostendruck, dem die Krankenhäuser unterliegen, Ärzte dazu veranlasst, Einsparungen dort vorzunehmen, wo sie sonst unbedingt Menschenleben gerettet hätten. Das wäre bspw. bei einer teuren Operation eines alten Mannes, wenn ein Krankenhaus sagt: keine Operationen ab 75 mehr. So können Kosten gespart...

Recht auf Selbstbestimmung

Wenn Menschen sich so elend fühlen, dass sie sterben wollen, dann sollten sie ihr Recht auf Selbstbestimmung auch wahrnehmen können. Sie sollten getötet werden dürfen, wenn sie den Wunsch äußern. Denn was bringt es, jemanden am Leben zu erhalten, der das gar nicht will? Man zwingt ihn sozusagen zu leben gegen seinen Willen! Das ist pervers.

Weitere Fehlentwicklungen durch die Sterbehilfe

Wenn die aktive Sterbehilfe zugelassen wird, dann würde das erstmal nur für todkranke Menschen gelten. Aber wir würden uns daran gewöhnen und wenn es im Alltag normal geworden ist, könnten andere Interessen als das Wohl des Patienten zur aktiven Sterbehilfe führen. Und zwar könnten gierige Erben darauf pochen, dass der Patient getötet wird; oder ein Patient wird getötet, weil sonst nicht genügend Betten im Krankenhaus frei wären. All das wäre nur möglich, wenn die Sterbehilfe allgemein erlaubt wäre. Und deshalb muss sie verboten bleiben.

Sterbehilfe erspart unnötiges Leid

Ein todkranker Mensch, der eigentlich nur noch sterben möchte, weil es ihm so schlecht geht oder weil er Schmerzen hat, sollte auch sterben dürfen. Und wenn er nur noch da liegt und lebt, leidet er ungemein. Mit der Sterbehilfe kann man solchen Menschen also unerträgliches Leiden ersparen.

Die Entscheidung ist unumkehrbar

Wenn ein todkranker Mensch getötet wird, scheint die aktive Sterbehilfe irrelevant. Aber wer entscheidet, ob die Krankheit zwangsläufig zum Tode führt? Eine 100%ige Prognose dafür gibt es nicht. Und wenn dann mal eine falsche Einschätzung über den gesundheitszustand gemacht wurde und der Mensch getötet wurde, so ist der Tod unwiderruflich. Wie soll man mit so einer Entscheidung leben können? Und was ist, wenn jeder selbst bestimmen kann, dass er sterben möchte? Dann können das auch Menschen, bei denen der Todeswunsch eine spontane Kurzschlussreaktion ist und die vllt. danach noch...

sinnlose Kriminalisierung von Sterbehelfern

sinnlose Kriminalisierung von Sterbehelfern

Argument hinzufügen