Erörterungen für die Schule.
Argumente für einen gesunden Verstand.
Argumente gegen das postfaktische Zeitalter.

Vertrauensarbeitszeit

Petition

Unter dem Begriff Vertrauensarbeitszeit versteht man allgemein das Wegfallen der Erfassung der Arbeitszeit - der Arbeitgeber "vertraut" sozusagen dem Angestellten, dass dieser seine Arbeitszeit von bspw. 40 Stunden/Woche erfüllt.

Aber damit der Arbeitgeber überhaupt noch eine Kontrolle über den Angestellten hat, muss der Angestellte natürlich seine Arbeit erledigen. Man geht davon aus, dass es auffällt, wenn die Arbeit liegen bleibt, weil der Arbeitnehmer nicht seine 40 Stunden/Woche erfüllt.

Ein weiterer Aspekt der Vertrauensarbeitszeit ist das Wegfallen der Kernarbeitszeit. Der Arbeitnehmer kann zur Arbeit kommen und wieder gehen, wann er will. Er muss nur seine Arbeit erledigen.

Pro-Argumente
Contra-Argumente
Aufwändige Zeiterfassung fällt weg
Arbeitnehmer müssen Überstunden machen
Weniger Stress durch Harmonisierung
Kein Arbeitszeitausgleich mehr
Vertrauensbeweis fördert Motivation
Verlust von Struktur
Wegfall von Leerzeiten
Weniger Zeit für Abstimmung mit Kollegen
Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Faule Mitarbeiter arbeiten weniger
Image als attraktiver Arbeitgeber
Tarifliche und vertragliche Bestimmungen werden übergangen
psychische Fehlbelastungen durch Vertrauensarbeitszeit

Argumente für Vertrauensarbeitszeit

Argumente gegen Vertrauensarbeitszeit

Argumentor am 20.12.2011 um 01:43

Aufwändige Zeiterfassung fällt weg

Dadurch, dass der Arbeitnehmer nicht mehr überwacht wird, wann er zur Arbeit kommt und wieder geht, fällt eine teure Zeiterfassung weg.

Bspw. gibt es elektronische Stempelkarten, mit denen man sich beim Betreten des Büros "einstempeln" muss an einem Terminal (Hardware). Dann werden alle Arbeitszeiten aller Mitarbeiter erfasst und errechnet, wer wie lange anwesend war (Software). Darüber hinaus muss man sich in das System natürlich auch einarbeiten ...

Argumentor am 20.12.2011 um 01:54

Arbeitnehmer müssen Überstunden machen

Wenn die Arbeitszeit nicht erfasst wird, der Arbeitnehmer aber trotzdem seine Arbeit ableisten muss, sind den Überstunden Tür und Tor geöffnet.

Das ist ja auch ganz logisch: Wenn ein Arbeitnehmer seine 40 Stunden/Woche erfüllt hat, aber mit seiner Arbeit noch nicht fertig geworden ist, dann muss er Überstunden machen, damit sein Chef mit der Arbeit zufrieden ist.
Ansonsten kommen Anschuldigungen, man hätte seine Arbeitszeit nicht abgeleistet o...

Argumentor am 20.12.2011 um 02:03

Weniger Stress durch Harmonisierung

In Zeiten, in denen viele Aufträge anfallen, kann man mehr arbeiten. Und in Zeiten, in denen weniger zu tun ist, arbeitet man weniger. Dieses einfache Prinzip der Vertrauensarbeitszeit führt dazu, dass weniger Stress entsteht, wenn sich der Arbeitnehmer darauf einstellt, dass er manchmal länger arbeiten muss - und manchmal dafür kürzer. Weil dann kann er sich die Zeit einplanen, so wie auch seine Kollegen sich die Zeit einplanen. Die Folge ist, dass mehr erledigt w...

Argumentor am 20.12.2011 um 01:58

Kein Arbeitszeitausgleich mehr

Wenn man seine Arbeitszeit erfasst und Überstunden gemacht hat, dann bekommt man dafür einen Ausgleich. Entweder man arbeitet eine Zeit lang weniger oder nimmt sich mal einen Tag frei oder man bekommt mehr Bezahlung.

Wenn aber die Arbeitszeit nicht erfasst wird und nur auf Vertrauensbasis gearbeitet wird, gibt es keinen Ausgleich mehr für Überstunden. Insofern benachteiligt die Vertrauensarbeitszeit die Arbeitnehmer.

pro contra am 12.03.2012 um 13:21

Vertrauensbeweis fördert Motivation

Wenn der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern die Vertrauensarbeitszeit einräumt, vertraut er darauf, dass die Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit auch "absitzen". Somit ist die Vertrauensarbeitszeit ein wertvoller Vertrauensbeweis des Arbeitgebers, der den Mitarbeitern signalisiert: "Wir vertrauen dir, dass du dir die Zeit richtig einteilst und uns nicht hintergehst".

Alleine durch solch einen Vertrauensbeweis fühlen sich Arbeitnehmer ernst genommen. Sie fühlen, ...

Quelle: www.vdi-nachrichten.com/...

pro contra am 12.03.2012 um 12:47
Verlust von Struktur

Wenn Vertrauensarbeitszeit eingeführt wird, kann jeder kommen und gehen, wann er will.
Dadurch geht nicht nur die Struktur für den eigenen Tagesablauf verloren, sondern auch für das gesamte Unternehmen.
Menschen brauchen eine Struktur, an der sie sich orientieren können, die ihnen den Tagesablauf einrahmt. Mit Vertrauensarbeitszeit geht diese Struktur verloren.

pro contra am 12.03.2012 um 13:23
Wegfall von Leerzeiten

Oft passiert es, dass ein Arbeitnehmer an seinem Arbeitsplatz sitzt, aber nichts zu tun hat. Solche "Leerzeiten" sind mit Vertrauensarbeitszeit nicht möglich.

Denn wenn der Arbeitnehmer gerade nichts zu tun hat, kann er früher nach Hause gehen und dafür an einem anderen Tag länger bleiben, wenn mal mehr Arbeit anfällt.

Quelle: io-business.de/...

pro contra am 12.03.2012 um 12:53

Weniger Zeit für Abstimmung mit Kollegen

Mal angenommen, ich komme um 6 Uhr zur Arbeit und muss etwas wichtiges mit einem Kollegen absprechen. Der Kollege kommt aber wegen der Vertrauensarbeitszeit erst um 10 Uhr zur Arbeit. Dann muss ich erstmal 4 Stunden warten und mir die ganze Zeit merken, dass ich noch etwas mit meinem Kollegen abklären muss.

Aber genau so geht es Kollegen, wenn ich um 15 Uhr schon gehe, diese aber um 16 Uhr erst zu mir kommen, um mich etwas Wichtiges zu fragen. Ich bin dann einfach nicht verf&...

pro contra am 12.03.2012 um 13:29
Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Mitarbeiter, die problemlos sagen können, dass sie einen halben Tag zuhause bleiben, wenn ihr Kind krank ist, können Privat- und Berufsleben besser miteinander vereinbaren.
Aber auch, wenn man die Frau oder Freundin zu etwas einladen möchte, das mehr als einen Abend lang dauert, ist das mit Vertrauensarbeitszeit kein Problem.

pro contra am 12.03.2012 um 13:02

Faule Mitarbeiter arbeiten weniger

Mit Vertrauensarbeitszeit haben faule Mitarbeiter nicht mehr das Gefühl, dass sie verpflichtet sind, 8 Stunden täglich bei der Arbeit sein zu müssen.
Wenn solche Mitarbeiter nicht mehr kontrolliert werden, nehmen sie sich mehr frei und die Arbeit bleibt liegen. (Zitat: „Die arbeiten, sind immer die gleichen, die in der Sonne liegen auch.“)

Als Führungskraft benötigt man die Arbeitszeiterfassung, um die Arbeitszeit der faulen Mitarbeiter z...

Quelle: www.arbeitszeitberatung.de/...

pro contra am 12.03.2012 um 13:25
Image als attraktiver Arbeitgeber

Unternehmen, die Vertrauensarbeitszeit anbieten, gelten auf dem Arbeitsmarkt bei potenziellen Mitarbeitern als attraktiv.
Denn Vertrauensarbeitszeit als Modell der Arbeitszeiterfassung wird als fortschrittlich angesehen und Arbeitnehmer gehen motiviert an die Arbeit, wenn der Arbeitgeber ihnen so viel Vertrauen entgegen bringt.

Quelle: io-business.de/...

pro contra am 12.03.2012 um 13:14
Tarifliche und vertragliche Bestimmungen werden übergangen

Wenn im Arbeitsvertrag oder nach Tarif geregelt ist, dass man 40 Stunden in der Woche arbeitet, verliert diese Bestimmung mit Vertrauensarbeitszeit ihre Gültigkeit.
Denn mit Vertrauensarbeitszeit kann man gar nicht mehr kontrollieren, ob diese 40 Stunden eingehalten werden. Warum regelt man also so wichtige Dinge wie die Arbeitszeit, wenn sie einfach übergangen werden?

Quelle: www.orgpers.uni-oldenburg.de/...

Argumentor am 10.09.2012 um 04:16

psychische Fehlbelastungen durch Vertrauensarbeitszeit

Wenn die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben verschwimmen, schleicht sich die Arbeit nach und nach in das private Umfeld ein. In immer mehr ganz privaten Situationen muss man an die Arbeit denken und kann bald gar nicht mehr abschalten. Selbst Wochenende oder Urlaub sind vor den Gedanken an unerledigte Dinge am Arbeitsplatz nicht mehr sicher.

Diese psychische Fehlbelastung führt mit der Zeit dazu, dass man sich überfordert fühlt, da man immer wieder daran erinnert w...

Quelle: www.wido.de/...

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