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Argumente gegen das postfaktische Zeitalter.

Leistungsschutzrecht

Petition

Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage ist ein Gesetzesentwurf, der Verlagen von Online-Zeitschriften oder -Zeitungen mehr Einnahmen bescheren soll.

Erreichen wollen die Verlage dies, indem alle gewerblichen Internetseiten, die Überschriften von Artikeln oder kleine Textpassagen zitieren, dafür eine Abgabe an die jeweiligen Verlage zahlen.

Der Gesetzesentwurf zielt vor allem auf "Google News" ab: In den Suchergebnissen der Google News-Suche werden die Titel und kleine Textstellen (Snippets) aus Zeitungsartikeln aufgelistet. Und weil Google neben den Suchergebnissen Werbung schaltet und an den Werbeeinnahmen verdient, fühlen sich die Zeitungsverlage benachteiligt. Ihrer Meinung nach stehe zumindest ein Teil des erwirtschafteten Gewinns von "Google News" und anderen gewerblichen den Verlagen zu.

Das Leistungsschutzrecht soll nur für gewerbliche Internetseiten gelten - also Seiten, auf denen Geld erwirtschaftet wird. Private Websites sollen keine Abgabe durch das Leistungsschutzrecht zahlen müssen.

Beschlossen wurde die Einführung des Leistungsschutzrechtes am 4.3.2011 vom Koalitionsausschuss aus CDU, CSU und FDP. Unterstützer des Leistungsschutzrechts sind der VDZ (Verband Deutscher Zeitschriftenverleger) und der BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger).

Welche Argumente sprechen für und gegen das Leistungsschutzrecht?

Pro-Argumente
Contra-Argumente
Gerechtigkeit: nur gewerbliche Anbieter zahlen für Leistungsschutzrecht
Das Leistungsschutzrecht ist evtl. verfassungswidrig
Schutz der gemeinsamen Leistung von Verlegern und Journalisten
Leistungsschutzrecht benachteiligt kleinere Zeitungen
Das Leistungsschutzrecht ist Bedingung für freie Presse
Verlage bekommen weniger Aufmerksamkeit
Gegenleistung für finanzielles Risiko der Verlage
Jeder Blog mit Werbung muss zahlen
Säuberung der Suchergebnisse
Urheber werden benachteiligt
Nutzung und Zahlung sind freiwillig
Das Leistungsschutzrecht verursacht Kosten und Reibungsverluste
Andere Länder haben schon Leistungsschutzrechte
Bedingungsloses Grundeinkommen für Verleger
Abmahnanwälte werden florieren
Lobbyismus-Verdacht durch Klaeden-Brüder
Schlechtere Suchergebnisse

Argumente für das Leistungsschutzrecht

Argumente gegen das Leistungsschutzrecht

pro contra am 05.03.2012 um 13:06

Gerechtigkeit: nur gewerbliche Anbieter zahlen für Leistungsschutzrecht

Private Websitebetreiber, die den Titel oder Textstellen aus einem Artikel zitieren, müssen nichts zahlen.

Die Verlage sind nur daran interessiert, die Einnahmen von Google News und ähnlichen Websites gerechter zu verteilen. Denn die Hauptarbeit wie Recherche etc. kommt von Journalisten und Verlagen.
Aber wenn ein Suchender bspw. auf der Ergebnisseite von Google News schon die wichtigsten Textstellen liest und weiterklickt, dann haben Journalist und Verlag nichts da...

Quelle: www.wuv.de/...

pro contra am 05.03.2012 um 13:06

Das Leistungsschutzrecht ist evtl. verfassungswidrig

"Ein Leistungsschutzrecht ist ja verbunden mit einer Abgabe und zwar auch dann, wenn sich der Leistungs­schutz­berechtigte selber im Internet nicht schützt. Bekanntestes Beispiel ist etwa die Verwendung von Nachrichten aus Verlagen bei Google News. In diesem Fall soll dann ja zu Gunsten der Verleger das Leis­tungs­schutzrecht greifen und eine Abgabe fällig sein, die dann über eine Verwertungsgesellschaft oder wie auch immer eingezogen wird.

Auf ...

Quelle: leistungsschutzrecht.info/...

pro contra am 05.03.2012 um 13:07

Schutz der gemeinsamen Leistung von Verlegern und Journalisten

Ein Journalist investiert viel Zeit, einen Artikel zu recherchieren und zu schreiben. Der Verleger investiert viel unternehmerische Kraft und finanzielle Risiken, um das Veröffentlichen der Artikel zu gewährleisten.

Das Leistungsschutzrecht schützt sozusagen den Artikel, den Journalist und Verleger zusammen geleistet haben: Niemand kann die wichtigsten Erkenntnisse mehr zitieren und selbst damit Geld verdienen. Das Geld fließt zurück zu Journalist und Verl...

Quelle: www.wuv.de/...

Argumentor am 05.03.2012 um 13:10

Leistungsschutzrecht benachteiligt kleinere Zeitungen

Wenn das Leistungsschutzrecht in Kraft tritt, könnte sich Google genötigt sehen, in den Google News nicht mehr auf Zeitungsportale zu verlinken.
Die Online-Zeitungen, die das hart trifft, sind die kleineren Zeitungen, denn die großen Zeitungsportale haben genügend Besucher, die gezielt nach den Portalen suchen. Aber die kleinen Zeitungen freuen sich über jeden Besucher, der über eine Verlinkung in Google News kommt.

pro contra am 05.03.2012 um 13:08

Das Leistungsschutzrecht ist Bedingung für freie Presse

Presseverlage müssen unabhängig bleiben, um objektive, qualitativ hochwertige Zeitungsartikel abzuliefern.. Das gelingt aber nur, wenn die Verlage finanziell unabhängig sind. Durch das Leistungsschutzrecht bekommen Verlage zusätzliche Einnahmequellen, wodurch sie weniger Gefahr laufen, von Werbekunden oder politischen Interessensgruppen finanziell abhängig zu werden.

Ein Beispiel: Wenn ein Unternehmen, das auf dem Online-Portal der Zeitung Werbung schaltet, ...

Quelle: www.wuv.de/...

Argumentor am 05.03.2012 um 13:11

Verlage bekommen weniger Aufmerksamkeit

Wenn die Verlage wirklich das Leistungsschutzrecht durchbringen, dann schneiden sie sich ins eigene Fleisch: Sie werden von gewerblichen Internetseiten nicht mehr zitiert und nicht mehr verlinkt. Aber auch private Webmaster werden aufgrund von Unsicherheit weniger aus den Online-Zeitschriften zitieren und verlinken.

Alleine durch die ganzen Backlinks, die den Zeitschriften dadurch verloren gehen, sinkt das Ranking der Artikel in den Suchmaschinen rapide ab. Ganz davon abgesehen, dass di...

Quelle: www.wuv.de/...

pro contra am 05.03.2012 um 13:08

Gegenleistung für finanzielles Risiko der Verlage

"Kurz formuliert: Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger soll die von den Verlagen oftmals unter hohem finanziellen Risiko erbrachten unternehmerischen Leistungen für Print- und elektronische Werke anerkennen.

Also unternehmerische Leistungen wie insbesondere:
- „oberste geistige Führung“, wie es in Rechsprechung und Literatur heißt,
- Aufbau und Erhaltung von Redaktion und Marke,
- technische Herstellung,
- Werbung un...

Quelle: carta.info/...

Argumentor am 05.03.2012 um 13:12

Jeder Blog mit Werbung muss zahlen

Im Gesetzestext des Leistungsschutzrechts soll es ja heißen, dass nur gewerbliche Internetseiten für das Zitieren der Texte zahlen müssen.
Aber wer ist gewerblich und wer nicht? Ist das am Ende genau wie bei der Impressumspflicht, dass kein Webmaster mehr weiß, ob er ein Impressum benötigt oder nicht? Schlussendlich haben alle Websites ein Impressum.

Beim Leistungsschutzrecht wird es genau so sein: die Webmaster, die unbedingt zitieren müssen,...

Quelle: www.wuv.de/...

pro contra am 05.03.2012 um 13:09
Säuberung der Suchergebnisse

Das Internet wird täglich von unzähligen Artikeln und Texten überschwemmt. Oft werden die immer gleichen Themen und Gedanken wieder und wieder durchgekaut.
Da kann es nicht schaden, wenn die Vervielfältigung von Zeitungsartikeln bezahlt werden muss - denn dann werden nicht mehr so viele Seiten die Zeitungsartikel samt Textstellen zitieren und deshalb wird es zu einem Thema weniger Inhalte im Internet g...

Argumentor am 05.03.2012 um 13:12
Urheber werden benachteiligt

Das Leistungsschutzrecht sieht vor, dass die Verlage kräftig abkassieren, aber die Journalisten, die die Hauptarbeit zu dem Artikel beigetragen haben, nur mager entlohnt werden.

Quelle: neusprech.org/...

pro contra am 05.03.2012 um 13:09

Nutzung und Zahlung sind freiwillig

Niemand wird gezwungen, die Abgaben des Leistungsschutzrechtes an die Verlage zu zahlen. Denn jeder gewerbliche Websitebetreiber kann selbst entscheiden, ob er die Zeitungsartikel zitiert oder nicht. Und wenn er sie nicht zitiert, muss er auch nichts zahlen.

Nur für die Zitate muss man zahlen. Das ist wie der Kauf einer Packung Ketchup: Selbst wenn man bei McDonalds keinen Hamburger und keine Pommes kauft, muss man für das kleine Päckchen Ketchup 20 Cent zahlen.

Quelle: www.presseportal.de/...

Argumentor am 05.03.2012 um 13:13

Das Leistungsschutzrecht verursacht Kosten und Reibungsverluste

Es ist einleuchtend, dass das Leistungsschutzrecht zu immensen Kosten und Mehraufwand führt: Es muss ständig überprüft werden, wer wo zahlt. Webmaster müssen sich vor dem Zitieren von Artikeln rechtlich absichern, Bezahlsysteme müssen erschaffen werden... etc. Das insgesamt führt dazu, dass das Bereitstellen von Inhalten im Internet länger dauert, schwerfälliger wird - und damit das Internet lähmt.

"Google kritisierte die Pl&au...

Quelle: www.nwzonline.de/...

pro contra am 05.03.2012 um 13:10

Andere Länder haben schon Leistungsschutzrechte

"In anderen Ländern gibt es vergleichbare Rechte der Verleger längst. In Großbritannien existiert seit 1956 das sogenannte Publisher's Right, mit dem die typographische Gestaltung veröffentlichter Texte geschützt wird. Der Einfluss des britischen Rechts veranlasste auch Irland, Australien, Bangladesch, Indien, Neuseeland, Pakistan und Singapur, ein eigenständiges Verlegerrecht einzuführen. Auch das finnische Parlament berät über einen Gesetzentwu...

Quelle: www.faz.net/...

Argumentor am 05.03.2012 um 13:13

Bedingungsloses Grundeinkommen für Verleger

Verlage freuen sich, wenn die Forderungen des Leistungsschutzrechts umgesetzt werden: Sie können sich zurücklehnen und zusehen, wie das Geld in ihre Taschen fließt. Und das, obwohl sie überhaupt keine Leistung dafür erbringen - es wird einfach ein neuer Geldhahn angezapft. Wenn das jeder machen könnte, der irgendwo eine Geldader wittert, hätten wir nur noch Gesetzentwürfe vor dem Koalitionsausschuss... Obwohl, nicht jeder verfügt über eine so sta...

Quelle: www.sueddeutsche.de/...

Argumentor am 05.03.2012 um 13:13

Abmahnanwälte werden florieren

Wie jeder Gesetzesentwurf wird auch dieser wieder Rechtsunsicherheit schaffen. Webmaster werden nicht wissen, ob sie nun an den Verlag zahlen müssen oder nicht. Und manche Webmaster werden es gar nicht erst wissen oder sie vergessen ganz einfach, eine Abgabe zu entrichten.

Das ruft die Abmahnanwälte auf den Plan: Wie eine Horde Heuschrecken stürzen sie sich auf jeden Webmaster, der wie ein grünes Blatt im kargen Feld einen Zeitungsartikel zitiert und Werbung e...

sunshine am 04.10.2012 um 04:21

Lobbyismus-Verdacht durch Klaeden-Brüder

Eckart von Klaeden ist Staatsminister bei der Bundeskanzlerin. Als Staatsminister berät und unterstützt er die Bundeskanzlerin und hat besondere Aufgaben.

Sein Bruder, Dietrich von Klaeden, besitzt beim Axel-Springer-Verlag (der u. A. für die BILD-"Zeitung" verantwortlich ist) die Leitung der Regierungsbeziehungen für Deuts...

Quelle: saschalobo.com/...

sunshine am 04.10.2012 um 04:26

Schlechtere Suchergebnisse

Wenn Google für Snippets zahlen muss, wird es aufhören, alle Snippets von Verlagen anzuzeigen. Dann werden entweder keine oder nur noch die wichtigen angezeigt. Das bedeutet, dass natürlich auch weniger Artikel im Internet zu finden sein werden.

Aber wie sollen sich die Leute Informationen zusammentragen, wenn nicht über Google? Fakt ist, dass die Leute weiterhin Google nutzen werden, das aber viele Artikel von Zeitungen nicht mehr anzeigt. Die Menschen werden also zu bestimm...

Quelle: saschalobo.com/...

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