Erörterungen für die Schule.
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Argumente gegen das postfaktische Zeitalter.

Klarnamenzwang im Internet

Petition

Was ist der Klarnamenzwang?
Damit ist gemeint, dass man bei der Anmeldung auf Websites keinen Nicknamen verwenden darf, sondern seinen realen Vor- und Nachnamen nehmen muss. Auf Facebook muss man schon lange seinen echten Namen angeben und auch das neue soziale Netzwerk "Google+" nennt die Nennung des richtigen Namens als Voraussetzung zur Nutzung des Netzwerks.

Erst kürzlich hat Eric Schmidt von Google nochmal bestätigt, dass Google+ auf den echten Namen seiner Benutzer besteht (siehe Quelle 1).

Dieser Zwang zu echten Namen begegnet einem immer öfter im Internet. Klarnamenzwang - welche Argumente sprechen dafür und welche dagegen?

Update 20.10.2011: Das große Netzwerk Google+ hat gekannt gegeben, dass die Nennung von Nicknamen oder Spitznamen in Google+ bald möglich ist. (http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-10/google-nymwar-klarnamen/komplettansicht)

Pro-Argumente
Contra-Argumente
Wiederfinden
Wichtige Personen sind nur unter ihrem Pseudonym bekannt
Google+ hat nur wirtschaftliche Interessen
Aktivisten in totalitären Staaten werden enttarnt
Keine freie Meinungsäußerung mehr möglich
Erleichtert hinterher-schnüffeln
Im realen Leben ist man auch anonym
Böse sind nur Menschen, nicht das Internet
Gefahr für bestimmte Gruppen
Personalchefs können Bewerbern hinterherschnüffeln
Werbung kann auch an Pseudonyme gehen

Argumente für "Klarnamenzwang im Internet"

Argumente gegen "Klarnamenzwang im Internet"

cleardrop am 05.09.2011 um 07:33
Wiederfinden

Dadurch findet man alte Klassenkameraden, die erste Kindergartenliebe oder die Nachbarskinder von früher wieder. Man kann nach jahrelanger "Funkstille" wieder zueinanderfinden und seinen sozialen Kreis ergänzen. Und das nur Anhand des Namens und nicht erst zufällig über 5 Ecken.

Argumentor am 30.08.2011 um 06:08

Wichtige Personen sind nur unter ihrem Pseudonym bekannt

Viele Blogger oder andere, im Internet aktive Personen, haben sich mit ihrem Pseudonym einen Namen gemacht. Wenn man nun im Internet keine Pseudonyme mehr verwenden darf, sondern nur noch die echten Namen, dann sind alle Artikel, die man mit diesem Pseudonym erstellt hat, verloren. Keiner rechnet das dann der Person dahinter mehr zu. Man müsste bei 0 anfangen, sich wieder einen Namen zu machen - und das ist bei der heutigen K...

Argumentor am 30.08.2011 um 06:15

Google+ hat nur wirtschaftliche Interessen

Es gibt so viele gute Gründe, warum ein Klarnamenzwang im Internet nicht sinnvoll ist. Aber warum weigert sich momentan Google+ so sehr, auch nur einen Schrit vor oder zurück zu machen?

Ganz einfach: es geht einfach nur um die Gier nach immer mehr Geld. Denn die sozialen Netzwerke wie Google+ und Facebook verdienen am Verkauf der Nutzerprofile an Werbetreibende. Und umso besser ausgefüllt ein Profil ist, desto gezielter kann man diese Person bewerben und desto mehr Ge...

Quelle: www.spiegel.de/...

neffetshd am 30.08.2011 um 06:56

Aktivisten in totalitären Staaten werden enttarnt

Gerade zurzeit, wo sich Aktivisten im Internet treffen, um sich gegen ihre unmenschlichen Regime zu organisieren, erkennt man die Wichtigkeit von Pseudonymen.

Wenn ein Klarnamenzwang überall bestehen würde, dann könnten sich überhaupt keine Demokratiebewegungen in solchen Staaten mehr gruppieren, da sie sofort verfolgt werden würden.

Aber selbst kritische Äußerungen in sozialen Netzwerken werden von den Machthabern verfolgt. Also...

neffetshd am 30.08.2011 um 07:24

Keine freie Meinungsäußerung mehr möglich

Wenn man bei allem, was man im Internet schreibt, als Person identifiziert werden kann, wird man nichts mehr schreiben, was der allgemeinen Meinung widerspricht. Man will sich ja nicht unbeliebt machen!

Wenn Freunde, Verwandte und Bekannte Meinungen von einer Person lesen, die absolut nicht mit ihrer eigenen Meinung vertretbar sind, dann sind Konflikte schon vorprogrammiert. Deshalb wird man nur das schreiben, was allgemein oder in den eigenen Kreisen anerkannt ist. Dadurch wird das Ge...

neffetshd am 30.08.2011 um 07:35

Erleichtert hinterher-schnüffeln

Ich möchte nicht, dass jede Person, die ich irgendwo mal kennengelernt habe, sofort alles über mich in Erfahrung bringen kann. Und da bringt auch das Argument nichts, man solle eben nicht so viel über sein Privatleben erzählen - denn wenn man das nicht tun würde, dann wären die sozialen Netzwerke auch nicht so erfolgreich. Leute teilen einfach mit ihren Freunden bestimmte private Dinge.

Also was soll das, wenn jeder gleich alles über mich weiß? Ich wil...

neffetshd am 30.08.2011 um 07:41
Im realen Leben ist man auch anonym

Wenn ich etwas im Supermarkt einkaufe, kann ich mir aussuchen, was ich will und bleibe dabei völlig anonym. Wenn ich mit Bargeld bezahle, kann mir dann niemand mehr den Kauf nachweisen.

Genau so, wenn ich Werbung konsumiere. Überall werden wir mit Webung zugemüllt - auf Plakaten, im Fernsehen, im Radio.... überall kommt die Werbung an. Und ich bleibe den Werbetreibenden verborgen. Warum also sollte ich bei Werbung im Internet nicht anonym bleiben dürfen??

Argumentor am 30.08.2011 um 06:20

Böse sind nur Menschen, nicht das Internet

Es wird immer böse Menschen geben. Nichts und niemand wird uns davor schützen können. Deshalb ist das Argument für mehr Sicherheit durch Identifizierung, wie es von der Politik schon lange wiedergekäut wird, ohnehin nutzlos - als ob ein böser Mensch kriminelle Aktionen mit seinem echten Namen durchführen würde!?!

Kriminelle suchen sich dann andere Möglichkeiten oder andere Identitäten. Also wird sich auch durch einen Klarnamenzwa...

Argumentor am 30.08.2011 um 06:39

Gefahr für bestimmte Gruppen

Es ist den Chefs der sozialen Netzwerken anscheinend völlig egal, dass manche Menschen darauf angewiesen sind, ein Pseudonym zu benutzen. Da lässt sich einfach mal von Google+ rausposaunen, dass man eben nicht Mitglied werden soll, wenn man nicht bereit ist, seinen echten Namen zu nennen.

Aber hat man mal daran gedacht, dass man etwas verpasst, wenn man nicht an den sozialen Netzwerken teilnehmen kann? Das gehört doch schon irgendwo dazu, wenn man im Internet unterwegs i...

Quelle: www.stern.de/...

neffetshd am 30.08.2011 um 07:38

Personalchefs können Bewerbern hinterherschnüffeln

Genau so, wenn ein Personalchef alles mögliche über mich in Erfahrung bringen kann und ich wegen privater Interessen irgendeinen Job nicht bekomme. Schon mal was davon gehört, dass man verschiedene Rollen inne hat - je nachdem, wo man sich gerade befindet? Natürlich bin ich auf der Arbeit anders als in meinem privaten Umfeld. Und wenn ich wegen privater Umstände eine Arbeit nicht bekomme, dann ist das einfach nur daneben.

Ebenso wird Diskriminierung bei der Per...

neffetshd am 30.08.2011 um 07:29

Werbung kann auch an Pseudonyme gehen

Warum sollte nur wegen der Werbeinteressen Weniger jeder verpflichtet werden, seinen richtigen Namen preiszugeben? Das ist an sich schon ziemlich abstrakt. Und umso mehr, weil Werbebotschaften auch an Profile mit Pseudonymen gesendet werden können, wenn diese gut ausgefüllt sind.

Wo ist also das Problem für die sozialen Netzwerken mit den realen Namen und der personalisierten Werbung? Oder wollen die noch einen Schritt weiter gehen und die Daten des Netzwerks mit a...

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