Erörterungen für die Schule.
Argumente für einen gesunden Verstand.
Argumente gegen das postfaktische Zeitalter.

Fachkräftemangel

Petition

Wie der Name schon sagt, bedeutet Fachkräftemangel, dass es zu wenige gut ausgebildete Menschen auf dem Arbeitsmarkt gibt. Unternehmen suchen also Fachkräfte für ihre offenen Stellen, finden aber keine.
Der Begriff sagt noch nicht, in welchem Bereich Fachkräfte fehlen - aber manchmal erscheinen Statistiken, die einen Fachkräftemangel in speziellen Bereichen belegen sollen. Nach dieser Statistik fehlen vor allem Ärzte, Ingenieure und Krankenschwestern. Auf solche Statistiken folgen meistens Forderungen von Politikern und Unternehmen nach mehr Fachkräften aus dem Ausland.

Warum Argumente zum Fachkräftemangel sammeln?

Weil die Wirtschaft davon profitiert, wenn die Leute denken, es gebe einen Fachkräftemangel. Und deshalb diese Behauptungen in die Welt setzen wird - ob sie stimmt oder nicht.

Wenn es zu viele Fachkräfte in einem bestimmten Bereich gibt - bspw. Krankenschwestern -, dann kann ein Arbeitgeber die Löhne niedrig halten; denn wenn eine Fachkraft kündigt, weil sie unzufrieden ist, steht schon die nächste vor der Tür, die einen Job sucht. Die Fachkräfte nehmen also jede Stelle in ihrem Bereich an, weil sie sonst von jemand anders angenommen wird.
Diese Situation kann von Arbeitgebern missbraucht werden, wenn sie behaupten, dass es einen Fachkräftemangel gibt, obwohl dies gar nicht stimmt. Denn, wenn Menschen denken, dass in einem bestimmten Bereich zu wenige Fachkräfte vorhanden sind, beginnen mehr Menschen eine Ausbildung in diesem Bereich. Dadurch wird also der ohnehin schon gedeckte Bedarf an Fachkräften noch überfüllt. Und genau diese Situation wünschen sich Arbeitgeber, damit sie die Löhne niedrig halten können. (Wikipedia)

Da die Wirtschaft also von der Behauptung eines Fachkräftemangels profitiert und genügend Geld hat, um entsprechende Statistiken zu kaufen, können wir nicht sicher sein, ob die Behauptungen in der Presse wahr oder gelogen sind. Um ein objektives Bild zu bekommen, müssen wir als Bevölkerung hier also selbst erörtern, ob der Fachkräftemangel eine Lüge ist oder ob er tatsächlich existiert - und das anhand von guten Argumenten auf beiden Seiten.

Pro-Argumente
Contra-Argumente
Unseriöse Berechnung des Fachkräftemangels
Arbeitgeber-Lobbyismus
Profitgier der Wirtschaft führt zu falschen Zahlen
Die Berechnung des Fachkräftemangels ist mathematisch unmöglich
Arbeitslose Fachkräfte
Nachfrage-Angebot-Mismatch
Konjunkturdelle, Einwanderung und Ausbildungen

Argumente, die für einen Fachkräftemangel sprechen

Argumente, die gegen einen Fachkräftemangel sprechen

neffetshd am 22.12.2012 um 04:36

Unseriöse Berechnung des Fachkräftemangels

Die Berechnungen, die einen Fachkräftemangel belegen sollen sind unseriös und sagen demnach nichts aus. Das bestätigt auch der DIW-Forscher Karl Brenke in Bezug auf einen Mangel an Ingenieuren in der ZEIT.
[i]"Er hat sich die Daten genauer angesehen und schätzt den jährlichen Bedarf an Ingenieuren auf 30.000. Da jährlich mehr als 50.000 Ingenieursstudenten ihren Abschluss machen, d&uu...

neffetshd am 22.12.2012 um 04:46

Arbeitgeber-Lobbyismus

Die Zahlen, die belegen sollen, dass ein Fachkräftemangel in Deutschland besteht, werden von Lobbyisten der Wirtschaft vorgelegt.
Ein Beispiel ist das "arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft", wie die ZEIT es nennt. Und wie im Thema ja schon beschrieben wurde, profitieren Arbeitgeber von der Nachricht, es gebe zu wenige Fachkräfte. Deshalb darf kein "arbeitgebernahes" Institut solche Zahle...

pro contra am 22.12.2012 um 05:04

Profitgier der Wirtschaft führt zu falschen Zahlen

Das Hauptproblem ist, dass die Wirtschaft davon profitiert, wenn die Meldung eines Fachkräftemangels verbreitet wird. Wie oben schon beschrieben wurde, wird die Wirtschaft natürlich alles daran setzen, selbst zu profitieren. Und deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass Statistiken in Auftrag gegeben werden, die einen Fachkräftemangel belegen sollen. Und je nachdem, wie man rechnet, bekommt man seine Zahlen auch, das weiß jeder Statistiker.

Wir müssen als...

pro contra am 22.12.2012 um 05:13

Die Berechnung des Fachkräftemangels ist mathematisch unmöglich

Wie die ZEIT schreibt, gibt es mehrere Gründe dafür, dass es mathematisch unmöglich ist, den Fachkräftemangel zu berechnen. Zwei wichtige davon sind:

1. Es gibt keine verlässlichen Zahlen zu freien Stellen oder arbeitslosen Fachkräften. Zwar erhebt die Arbeitsagentur Zahlen dazu, die jedoch zu nichts taugen, weil viel zu viele Unbekannte darin auftauchen. Die Zahlen kommen deshalb noch ni...

pro contra am 22.12.2012 um 05:18

Arbeitslose Fachkräfte

Wenn man es ganz genau nimmt, kann gar kein Fachkräftemangel bestehen, wenn es so viele arbeitslose Fachkräfte gibt, oder?
Mal spezifischer: es gibt knapp 20.000 bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitslos gemeldete Ingenieure. Wie kann das sein, wenn es doch angeblich einen Ingenieursmangel gibt? Da Zahlen stimmen einfach hinten und vorne nicht.
<...

pro contra am 22.12.2012 um 05:25

Nachfrage-Angebot-Mismatch

Den Begriff des Mismatchs habe ich mal aus der ZEIT übernommen. Demnach gibt es zwar ein großes Angebot an arbeitswilligen Fachkräften, aber die Unternehmen wollen diese nicht. Oft erfüllen die Fachkräfte nicht genau die Anforderungen des Unternehmens. Und bevor man die motivierten Arbeitnehmer einlernt und somit in positiver Weise an das eigene Unternehmen bindet, schreit man lieber nach ausländis...

pro contra am 22.12.2012 um 05:33

Konjunkturdelle, Einwanderung und Ausbildungen

Dass es keinen Fachkräftemangel in Deutschland gibt, zeigen glaube ich schon die anderen Argumente. Aber durch das geringere Wirtschaftswachstum, die Einwanderung und die bessere Ausbildung der Schulabgänger werden viel mehr neue Fachkräfte auf den Markt geschwemmt, als dies in den Zahlen der früheren (auch schon unseriösen) Untersuchungen bisher schien.
Das bedeutet im Endeffekt also, dass wahrschein...

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